Unser (fast) 365-Tage-Projekt 2014

Gleich vorab: Wir haben die 365 Tage nicht voll bekommen sondern hatten nach Tag 211 den Umzug schon hinter uns gebracht. Für das nächste Projekt sollten wir uns dann einen anderen Fokus suchen, der auch länger hält :)

Worum ging es bei dem Projekt?

Wie sagte Axel Bosse so schön: „Es ist die Kunst des Verlierens alles wiederzufinden…“ (aus seinem Song „Die Kunst des Verlierens). Und auch Elizabeth Bishop verteufelt Verlieren keineswegs: „The art of losing isn’t hard to master!“ Aus ihrem Gedicht „One Art“ stammt auch die Textzeile für unser 365 Tage-Projekt: Lose something everyday – Verliere jeden Tag etwas… Es geht darum, Abschiede hinzunehmen, ertragen zu können, ja gar herbeizuführen.

 

Warum sollte dies nun unser Projekt sein? Verlust, verlieren, loslassen sind ja eher negative Begriffe, wir verbinden sie mit einem Gefühl der Trauer. Doch wir wollten eine andere Sicht wagen und uns in dieses Abenteuer begeben.

 

Zum Einen wagten wir im August den Schritt „aufs Land ziehen“. In unserer kleinen Wohnung auf St. Pauli hatte sich über die Jahre der Single, WG- und Paarbewohnung erstaunlich viel Zeug angesammelt. Unsere Treppen waren schmal und steil. Wir wollten beim Umzug gern nur das Nötigste und Wichtigste mitnehmen. Und da fing es schon an: wir haben uns damit auseinandergesetzt, mit was unsere Umgebung gefüllt ist, was es ist, über das wir uns täglich ärgerten und fluchten, weil wir keinen Platz hatten. Wir haben gelernt loszulassen. Doch nicht nur von Dingen, auch von Eigenschaften, Ängsten, Sorgen, ja vielleicht auch Verbindungen, die uns nicht gut taten, die uns erdrückten.

 

Wir wollten Euch davon berichten, auch damit wir eine Kontrolle hatten, das wirklich durchzuziehen. Wir haben jeden Tag etwas verloren, verschenkt, verkauft, verabschiedet, verworfen und darüber geschrieben. Bekamen wir Geld, haben wir es beiseite gepackt und es war eine gute Finanzspritze für den Umzug. Außerdem haben wir auch eine schöne Woche auf dem Bauernhof der Nanningas in Bensersiel verbringen dürfen (wenn auch mit kaputtem Fuß :) ).

 

Es war eine Suche nach dem, was wir wirklich brauchen, um glücklich zu sein und was Kram ist, der uns vom Wesentlichen ablenkt, uns nur beschwert.

 

Wie schön, dass Ihr ein Teil davon wart!

 

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